Bericht zur Podiumsdiskussion Zukunft der Gesundheitsversorgung in der Region am 4.3.2026 in Bad Belzig

Teilnehmer der Podiumsdiskussion „Zukunft der Gesundheitsversorgung in der Region“ am 4.3.2026 in Bad Belzig

Gut 50 Personen haben der Podiumsdiskussion beigewohnt.

Am letzten Mittwoch fand zum zweiten Mal ein Austausch zur aktuellen Situation und zu den Perspektiven der Gesundheitsversorgung in unserer Region statt.

Teilnehmer der Diskussionsrunde waren:

  • das Vorstandsmitglied der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg,
  • Herr Dr. Roßbach-Kurschat, der selbst hausärztlich tätig ist,
  • Herr Oliver Stübing, Geschäftsführer des Bad Belziger Krankenhauses und Geschäftsführer der MVZ-Arztpraxen im EvB-Verbund,
  • Herr Dr. Ralf Haitsch, Niedergelassener Pneumologe und Rheumatologe in Bad Belzig
  • Regionalbeirat der KV für die Region sowie
  • Malte Specht für die Zukunftsschusterei Bad Belzig.

Fehlende Vertreter aus Politik und Krankenkassen

Frau Gabriele Wolter, Geschäftsführerin des Universitätsklinikums Brandenburg musste kurzfristig krankheitsbedingt absagen. Das Landesgesundheitsministerium konnte an diesem Tag aus naheliegenden Gründen keinen Vertreter entsenden. Die Krankenkassenverbände hatten offenbar trotz vielfacher Aufforderung kein Interesse an einem Austausch. Leider waren somit weder die regionale und überregionale Politik noch die Kassen in der Diskussion vertreten.

Fachlicher Austausch unter Leitung von Dr. Peter Ledwon

Da auch in dem gut 50-köpfigen Auditorium viele Fachvertreter saßen, wurden vor allem Versorgungsthemen besprochen, die sich dem Laien nicht so schnell erschließen. Moderiert wurde der Abend wieder von Dr. Peter Ledwon, Einwohner Bad Belzigs, jetzt niedergelassener Frauenarzt in Potsdam und zuvor 20 Jahre lang Chefarzt der Kliniken in Bad Belzig und Brandenburg.

Versorgung künftig stärker nach Bedarf planen

Es entwickelte sich von Beginn an ein reger, aber auch konstruktiver Austausch. Einig waren sich alle, dass eine vernünftige Versorgungsplanung Indikationen und nicht Standorte betrachten muss. Während der hausärztliche Bereich nach Einschätzung von Dr. Haitsch aktuell noch gut abgedeckt ist, werden sich im Facharztbereich schon bald auch in unserer Region Engpässe zeigen. Dr. Roßbach-Kurschat stimmt die Menschen im Land jetzt schon darauf ein, dass es im Notfall zwar schnell Termine geben wird, aber dass sich das bisherige System des immer verfügbaren persönlichen Arztes so nicht aufrechterhalten lassen wird.
Im Notfall muss man den Termin wahrnehmen, den man über die 116117 zugewiesen bekommt.

Mehr Kooperation in Ausbildung und Weiterbildung

Um dem Mangel an Fachkräften im medizinischen Bereich entgegenzuwirken, bedarf es einer träger- und praxenübergreifenden Koordination. Hierzu werden sich die Krankenhäuser und die KV mit der Landkreisverwaltung abstimmen. Ohne dass die Ausbildungsinhalte verwässert werden, müssen Assistenzärzte und Auszubildende der Pflege in der Region durch Kooperationsmodelle zwischen Ambulanz und stationärem Sektor alle geforderten Zeiten und Weiterbildungsinhalte erwerben können. Dies muss so schon bei Einstellung festgelegt sein. Das Referat Weiterbildung der Landesärztekammer und der Weiterbildungsausschuss müssen die Rahmenbedingungen entsprechend anpassen.

Wohnraum für Gesundheitspersonal als unterschätztes Problem

Ein großes Problem für Interessenten an einer Arbeit im Medizinsektor stellt aktuell die Wohnraumsituation dar. Es wäre sehr hilfreich, wenn die zuständigen Behörden sich dieses Problems annehmen würden und somit steuernd positiv in diesen Prozess eingreifen würden.

Gesundheitsportal: sinnvolles Tool mit Verbesserungsbedarf

Herr Malte Specht stellte das Gesundheitsportal vor. Es wurde offenbar in großen Teilen erstellt, ohne dass die Wünsche der Fachkräfte und auch der Patienten berücksichtigt wurden. Trotzdem ist es ein sinnvolles Tool, dass weiterentwickelt werden sollte. Wer immer dieses Projekt weiterbetreut sollte sich zukünftig mit den Anbietern der Region abstimmen und es muss vor allem vorab eine dauerhafte Finanzbasis dafür stehen.
Ein Folgetreffen in 18 Monaten ist geplant.