WürdeVoll: Ein neuer Ort für gemeinschaftliches Leben im Alter entsteht in Bad Belzig

Zeichnung Sandberger Str. 11 – 13 Bad Belzig

Mitten in der Bad Belziger Altstadt könnte in den kommenden Jahren ein besonderes Wohnprojekt entstehen, das Zukunft Bad Belzig unterstützen möchte. Der gemeinnützige Verein WürdeVoll e.V. – für ein würdevolles Leben im Alter plant in der Sandberger Straße 11–13 ein kleines Quartier, das älteren Menschen ein selbstbestimmtes und zugleich gemeinschaftliches Leben ermöglichen soll.

Hinter dem Projekt stehen Renate Kaßner, Renate Wittek und Thomas Uloth. Die Bauplanung ist bereits weit fortgeschritten. Als nächster großer Schritt steht die Einreichung des Bauantrags an. Der Verein hofft anschließend auf eine zeitnahe Baugenehmigung.

Wohnen mit Rückzugsmöglichkeit und Gemeinschaft

Im Mittelpunkt des Projekts in der Sandberger Straße stehen acht kleine Appartements für ältere Menschen. Jedes verfügt über eine eigene Teeküche und ein Badezimmer und bietet damit einen privaten Rückzugsort. Gleichzeitig sollen großzügige Gemeinschaftsbereiche das Zusammenleben fördern. Geplant sind unter anderem eine gemeinsame Küche, ein Esszimmer, ein Meditationsraum und eine Bibliothek. Auch Außenbereiche sollen der Hausgemeinschaft zur Verfügung stehen.

Die Idee dahinter: Die Bewohnerinnen und Bewohner sollen in einer guten Lebensphase einziehen und ihr gemeinschaftliches Umfeld von Anfang an mitgestalten können. Wird später mehr Unterstützung benötigt, soll kein erneuter Umzug notwendig werden.

Stattdessen setzt WürdeVoll auf gegenseitige Hilfe innerhalb der Hausgemeinschaft und auf professionelle Unterstützung, wenn diese erforderlich wird. Für selbstgewählte unterstützende Personen soll sogar eine Wohnmöglichkeit im Haus geschaffen werden.

Ein Café als Treffpunkt für ganz Bad Belzig

Das Projekt soll allerdings weit über die Grenzen der Hausgemeinschaft hinausreichen. Ein öffentlicher Begegnungsort im Erdgeschoss des Neubaus in der Sandberger Straße bildet deshalb eines der Herzstücke. Hier soll ein Café mit einem kleinen Speisenangebot entstehen. Ergänzend sind kulturelle Veranstaltungen geplant – etwa Lesungen, Musikveranstaltungen, Filmabende und Ausstellungen. Auch gemeinsame Kaffeerunden sollen möglich sein.

Damit richtet sich der Ort nicht ausschließlich an die Bewohnerinnen und Bewohner. Menschen aus Bad Belzig und der Umgebung sollen ebenso willkommen sein.
Der Verein möchte bewusst einen generationenoffenen und kulturinteressierten Ort schaffen: einen Platz für Austausch, Inspiration und gemeinsames Erleben – verbunden mit kulinarischem Genuss.

Zwei Grundstücke, ein gemeinsames Konzept

Die Grundlage für das Projekt bilden zwei benachbarte Grundstücke in der Sandberger Straße. Auf dem einen befindet sich ein denkmalgeschütztes Fachwerkhaus, auf dem anderen eine Freifläche mit einem vorhandenen Gewölbekeller. Beide Grundstücke sollen baulich und inhaltlich miteinander verbunden werden. So soll ein kleines Quartier entstehen, das historische Bausubstanz mit einem zeitgemäßen Konzept für gemeinschaftliches Wohnen verbindet.

Das denkmalgeschützte Fachwerkhaus

Das historische Fachwerkhaus befindet sich in zentraler Ecklage in Bad Belzig. Es verfügt über zwei Geschosse sowie einen ausbaubaren Dachboden. Im Bestand sind zwei altersgerechte Appartements vorgesehen. Im Erdgeschoss soll ein Ladenlokal entstehen, das gewerblich und/oder kulturell genutzt werden könnte. Als eine mögliche Nutzung nennt der Verein eine LeseLounge.

Die Erschließung des Gebäudes soll über einen gemeinsamen Treppen- und Aufzugsturm erfolgen. Ein Gutachten zur Sanierung des historischen Holzfachwerks liegt bereits vor.
Auch seitens der Stadt Bad Belzig besteht nach Angaben des Vereins großes Interesse daran, die vorhandene Baulücke zu schließen und die Liegenschaft wieder wohnwirtschaftlich zu nutzen.

Neubau mit sechs Appartements

Auf der angrenzenden Freifläche soll ein Neubau entstehen. Dort sind sechs weitere Appartements sowie Gemeinschaftsflächen und der öffentliche Begegnungsort vorgesehen.
Die maximale Bauhöhe soll nach den Vorgaben der Stadt 2,75 Geschosse betragen. Besonderheit des Grundstücks ist der vorhandene Gewölbekeller. Er soll in die neue Bausubstanz integriert werden. Ob und in welcher Form er tatsächlich genutzt werden kann, muss allerdings noch geprüft werden.
Zusammen sollen Altbau und Neubau acht Wohnungen, gemeinschaftlich nutzbare Räume und einen öffentlichen Kultur- und Begegnungsort beherbergen.

Ein Modell mit Zukunft

Für WürdeVoll ist das Vorhaben mehr als ein klassisches Wohnprojekt für ältere Menschen. Es geht um die Frage, wie Wohnen im Alter neu gedacht werden kann: mit privaten Rückzugsräumen, aber ohne Vereinsamung; mit gegenseitiger Unterstützung, aber ohne die Selbstbestimmung aufzugeben.
Gleichzeitig soll das Projekt offen für die Stadtgesellschaft bleiben. Wohnen, Kultur, Begegnung und soziale Unterstützung sollen an einem Ort zusammenkommen.
Der Verein versteht das Vorhaben deshalb auch als sozial-innovatives Modellprojekt für gemeinschaftliches Wohnen. Die Idee könnte über Bad Belzig hinaus Schule machen. Menschen, die das Konzept interessant finden, sollen deshalb nicht nur als Unterstützerinnen und Unterstützer gewonnen werden, sondern möglicherweise auch als künftige Gründerinnen und Gründer ähnlicher Projekte an anderen Orten.

Unterstützung auf verschiedenen Ebenen gesucht

Bis das Projekt Realität wird, ist allerdings noch einiges zu tun – und vor allem die Finanzierung muss gesichert werden. Der Verein rechnet mit einem hohen Finanzbedarf. Ein Teil der Kosten soll über Fördermittel gedeckt werden. Dafür will WürdeVoll wiederholt Förderanträge mit unterschiedlichen Schwerpunkten stellen, unter anderem für Denkmalpflege, altersgerechtes Bauen und soziale Projekte.

QR-Code zur Gofundme-Plattform - Sandberger Straße in Bad Belzig

Einen weiteren Teil der Finanzierung möchte der Verein möglichst über private Darlehen und Spenden realisieren.
Gesucht werden deshalb Menschen und Institutionen, die das Projekt auf unterschiedliche Weise unterstützen möchten:

  • Investierende, die gemeinschaftliches Handeln und innovative Wohnformen unterstützen möchten
  • Fördernde Stellen für Denkmalpflege, altersgerechtes Bauen und soziale Projekte
  • Mitwirkende, die ihre Ideen und Fähigkeiten einbringen möchten
  • Gründerinnen und Gründer, die das Konzept später auch an anderen Orten verwirklichen möchten
    Auch über eine Spende kann das Vorhaben unterstützt werden.

Baubeginn für 2027 geplant

Wenn die weiteren Planungsschritte wie erhofft verlaufen, rechnet WürdeVoll mit einem Baubeginn im Laufe des Jahres 2027. Die Inbetriebnahme könnte etwa zwei Jahre später erfolgen. Bis dahin ist der Verein auf Unterstützung angewiesen – finanziell ebenso wie ideell und praktisch.

Für Renate Kaßner, Renate Wittek und Thomas Uloth ist das Projekt ein Herzensanliegen. Sie hoffen, gemeinsam mit vielen Menschen aus Bad Belzig und dem Fläming einen Ort schaffen zu können, an dem ältere Menschen nicht nur wohnen, sondern selbstbestimmt, verbunden und mitten in der Gesellschaft leben können.

Wer das Projekt unterstützen oder sich über eine Beteiligung informieren möchte, kann Kontakt mit dem Verein WürdeVoll e.V. aufnehmen.
WürdeVoll e.V. – für ein würdevolles Leben im Alter
Web: www.würdevoll-ev.de
E-Mail: info@WürdeVoll-eV.de
Zum Verein gehören: Renate Kaßner, Christian Müller-Menckens, Helga Holz, Thomas Uloth und Renate Wittek.